Interview: Jennifer Rostock

25. März 2014 0
Interview: Jennifer Rostock
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Im Februar trafen wir Frontfrau Jennifer Weist, Bassist Christoph Deckert und Keyboarder Johannes “Joe” Walter von Jennifer Rostock vor dem Konzert in Köln zum Interview. Neben dem Touralltag war auch das Comeback der Onkelz sowie das männliche Genital Thema. Das Interview im Video findet ihr am Ende der Seite. Weitere interessante Interviews finder ihr zudem in unserem neuen YouTube-Kanal.

Wie geht’s euch?

Jennifer: Gut geht´s uns. Wir sind ja eher so die Band die sehr spät aufsteht und lange schläft.

Joe: … und trotzdem Müde ist. Aber sonst geht´s uns gut.

Jennifer: Ja sonst läuft alles.

Wenn wir gerade dabei sind. Wie lange habt ihr denn heute geschlafen?

Jennifer: 14:00 Uhr oder so.

Joe: Ja 14:00 Uhr mussten wir raus.

Mussten?

Jennifer: Ja irgendwann haben wir ja auch noch Soundcheck.

Euer neues Album „Schlaflos“ ist seit drei Wochen erhältlich und ist direkt auf Platz zwei der Charts eingestiegen, vor euch stand nur noch Peter Maffey. Auch die Hallen werden immer größer…

Jennifer: … und werden dann wieder kleiner gemacht, so wie heute.

Wie seid ihr mit der Entwicklung der Band in den letzten Jahren zufrieden?

Jennifer: Läuft alles total scheiße oder? Läuft richtig scheiße!

Joe: Nur bergab .

Eher umgekehrt oder?

Jennifer RostockJennifer: (lacht) Umgekehrt? Echt findest du? Ja doch schon. Wir sind eigentlich ganz zufrieden. Wir haben jetzt schon ein bisschen Druck für´s neue Album aber das dauert ja noch ein bisschen. Deswegen lehnen wir uns da noch etwas zurück. Eigentlich sind wir sehr zufrieden. Am Anfang als unsere zweite Single raus kam war es etwas verhalten und wir dachten: „Wie wird es wohl werden?“. Aber jetzt wo wir auf Tour sind und seitdem letzten Song den wir rausgebracht haben ist alles cool.

Joe: Es ist ja eh immer so, dass wir am ehesten auf Tour merken dass es gut läuft. Das ganze Drumherum ist zwar schön und gut aber um was es uns eigentlich geht sind die Konzerte die wir spielen. Da merken wir: „Ok, den Fans gefällt es und sie kommen immer wieder.“. Dann sind wir durchaus zufrieden.

 

Und wie sieht es mit den neuen Liedern auf Tour aus? Zwei Wochen nach dem Release des neuen Albums ging es direkt auf Tour.

Christoph: Drei Singles waren vorher ja schon mehr oder weniger draußen. Einen Song haben wir vorher sogar schon live gespielt. Für den fleißigen Aufpasser gab es also schon viel was man vorher kennen konnte. Wir spielen acht neue Songs auf der Tour. Es ist also noch überschaubar.

Joe: Trotzdem hatten wir vorher Angst ob die neuen Songs schon so gut funktionieren, weil sie so frisch sind. Wir können jetzt aber sagen: „Ja, läuft!“ (lacht).

 

Wie würdet ihr euer neues Album selber beschreiben? Würdet ihr sagen ihr seid erwachsener geworden und habt euch weiterentwickelt?

Joe: Erwachsen ist immer so negativ oder so ernsthaft. Rauer ist es glaub ich geworden und auch irgendwie eine Weiterentwicklung, aber…

Jennifer: Eine ganz natürliche Weiterentwicklung.

Joe: Es ist nicht komplett anders als der Vorgänger, aber deutlich anders.

Jennifer: Weil wir aber auch versuchen Sachen besser zu machen. Sachen die man mal irgendwie festgestellt hat. Das versucht man dann auch irgendwie zu verwirklichen. Zum Beispiel dass unsere Alben auf CD gepresst genauso klingen als wenn wir sie live spielen würden oder das wir die „Abgeh-Parts“ von Haus aus schon drin haben, damit wir sie nicht noch einbauen müssen wenn wir auf Tour gehen. So etwas überlegt man sich dann mal und versucht es halt immer besser zu machen.

 

Produziert wurde die Platte in New Jersey in den USA, wo ihr bereits euer letztes Album aufgenommen habt. Was macht die Arbeit dort für euch so besonders? Warum klappt es für euch dort besser als z. B. in Deutschland.

Jennifer: Hauptsächlich wegen unserem Produzenten Chris Badami den wir damals gesucht und gefunden haben. Wir haben damals einfach über Ländergrenzen hinweg jemanden gesucht der den Sound machen kann den wir uns vorstellen. Als wir ihn dann kennengelernt haben hat es einfach super gepasst. Wir haben uns super verstanden. Auch von der Arbeitsweise ist es einfach toll. Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden, auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Wir erfinden auch manchmal Wörter und wissen dann alle was gemeint ist. Das klappt ziemlich gut. Auch vom Gesang, er versteht das inhaltlich zwar nicht, aber wir sprechen das alles vorher durch und er weiß dann was für eine Stimmung herrscht und um was es in dem Song geht. Er kann es dann beurteilen ob es für ihn so rüber gekommen ist auch ohne dass er den Text versteht. Es ist alles einfach total super mit ihm und deshalb sind wir auch nochmal dahin gefahren.

Ist das für´s nächste Album dann auch in Planung?

Jennifer: Wissen wir noch nicht aber…

Christoph: Wir haben uns jetzt ein Bandtattoo stechen lassen und da ist noch Platz für zwei Jahreszahlen die wir noch zusammen vollkriegen müssen.

Jennifer: Weiß man ja nie. Dann geht man irgendwo anders hin und denkt: „Oh Gott. Wären wir mal da geblieben. Eigentlich war doch alles super!“. Deswegen werden wir mal schauen.

 

Und wie entstehen bei euch die Songs? Ist erst der Text da oder erst die Musik die euch dann inspiriert?

Joe: Ist unterschiedlich. Grundsätzlich gehören wir nicht zu den Bands die im Proberaum rumjamen und dann einen Text dazu schrieben. Tendenziell schon erst Text und dann die Musik. Aber meistens geht das Hand in Hand. Ich komme meistens mit irgendwelchen Ideenfetzen an. Manchmal eine Zeile oder manchmal schon einen ganze Refrain den ich mit Jennifer am Klavier ausprobiere. Dann merken wir schon ob das Funktioniert, ob uns das etwas gibt oder wir das Ganze in den Müll hauen. Wenn es uns gefällt geht es dann von da aus weiter und der Song wird immer mehr vervollständigt bis ein ganzer Song da ist.

Arbeitet ihr denn immer nur für ein neues Album oder kommen euch zum Beispiel auch auf Tour neue Ideen?

Joe: Ne, das ist ja nicht so das man das ein- und wieder ausschalten kann. Wenn man sich als kreativer Mensch fühlt dann hört man ja nicht auf Ideen zu haben nur weil ein Album voll ist. Das heißt die Hälfte vom nächsten Album ist jetzt schon…

Fertig?!

Joe: Nein, so schnell geht’s auch nicht aber… (lach)

Jennifer: Aber Ideen werden dafür natürlich immer gesammelt.

 

„Schlaflos“ der Titel. Wie „schlaflos“ wart ihr vor dem Release der neuen Platte?

Jennifer: Sehr, sehr!

Joe: Sehr. Weil wir für die Promo viel unterwegs waren und wir parallel unsere Tour vorbereiten mussten, da beides so nah aneinander lag. Das heißt wir waren tagsüber immer unterwegs bei irgendwelchen Radiosendern in Deutschland und abends noch im Proberaum. Am nächsten Tag dann wieder raus und nachts dann noch irgendeine Fanaktion…

Jennifer RostockJennifer: Das war schon eine Doppelbelastung eine Zeit lang. Aber das hält man glaub ich auch aus wenn man das mal zwei Wochen lang hat. Wir haben uns auch alle auf die Tour gefreut. Endlich mal wieder ausschlafen und so. (lach)

Christoph: War auch irgendwie ein Irrtum gewesen.

Jennifer: Stimmt. War im Nachhinein auch Mist.

Christoph: Du sprichst ja ein bisschen die Aufgeregtheit an, aber ne. Wir wollten vorher auch nichts wissen. Man bekommt ja vorher immer diese Trendcharts wo du dir ungefähr ausrechnen kannst wie und wo ein Album einsteigt. Das haben wir bewusst vermieden. Es ist vielleicht ein bisschen Platt zusagen, aber eine Chartplatzierung spielt bei uns eigentlich auch keine große Rolle.

Jennifer: Weil es ja auch ziemlicher Zufall ist mit wen man released und wann man released. Da kann es in der einen Woche sein das du soundso viel Tausend verkaufen musst um Platz 1 zu sein und in der anderen Woche musst du das Doppelte oder das Dreifache verkaufen.

Christoph: … und dann kommt der Maffay. (lacht)

Jennifer: Und dann kommt der Maffay, aber schon ok. Besser als wenn der Peter Maffay gestorben wäre. Weil dann wären wir nur Platz 7 gewesen weil all seine Platten vor uns gewesen wäre. Ist auch nicht so geil.

Christoph: Wär auch schade für seine Familie und seine Kinder gewesen.

Jennifer: Ja, aber auch schade für uns. (lacht)

 

Wie sehr geht eine Tour auf die Stimme?

Jennifer: Da ist noch alles fit bei mir. Ich habe nur Probleme wenn ich krank werde, weil ich dann gar nicht mehr singen kann. Das ist eine absolut krasse Belastung für die Stimmbänder. Aber ich bin nicht krank und deshalb ist alles gut. Das mag sich vielleicht immer so anhören wie „Ach, bist du heiser?“, weil ich einfach so eine Stimme habe. Das liegt daran das meine Stimmbänder einfach etwas ausgenudelt sind, aber wenn ich singe funktionieren sie astrein.

 

Und wie ist es so für dich als einzige Frau in der Band? Die Frage werdet ihr sicherlich immer gefragt oder?

Jennifer RostockJennifer: Ganz normal. Ja das werde ich immer gefragt. Da denk ich auch nicht wirklich drüber nach. Es ist für mich auch nicht wirklich die Frage ob Mann oder Frau, ob Junge oder Mädchen. Die Jungs können all das machen was sie wollen. Ich mache auch all das was ich machen will. Wir sind da alle nicht so. Wir haben uns alle schon mal nackt gesehen und die Jungs haben auch alle schon einmal eine nackte Frau gesehen und deswegen ist das auch nicht so das Problem.

Gibt es als Frau sonst vielleicht noch irgendwelche Vorteile in der Band?

Christoph: Die Backstagetoilette wahrscheinlich. Weil es nur ein Frauenklo gibt und das Männerklo immer so unfassbar stinkt weil die ganzen Techniker da drauf waren.

Jennifer: … und das mir alle immer tragen helfen. Ihr nicht (schaut zu Christoph und Joe), aber die Techniker. Ist auch ganz nett.

 

Kennengelernt habt ihr euch ja als Schülerband…

Jennifer: Ja. Joe und ich.

Genau. Dann seid ihr nach Berlin gezogen. Wann war euch klar das aus der Band etwas Ernstes werden kann?

Joe: Aus uns beiden? (lacht)

Nein. Musikalisch natürlich.

Jennifer: Das ist schwierig zu sagen. Ich glaube da gibt es keinen genauen Zeitpunkt. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt wo man sagt: „Ab da, jetzt geht’s aber…“

Joe: Es gab ja auch nie denn großen Durchbruch. Wir haben das erste Konzert vor zwei oder vor einem zahlenden Gast gespielt. Jetzt spielen wir hier vor über 2000 Leuten. Wenn man das mal verfolgen würde wie die Zuschauerzahlen sind, dann ist das eine grade Linie die stetig peu à peu nach oben geht. Es gab also nie den knick wie es rasant nach oben ging wo man so denkt: „Boah, jetzt sind wir echt berühmt“, oder so etwas. Deswegen fühlen wir uns auch bis heute nicht wie eine berühmte Band.

Jennifer: Und uns ist es auch klar das innerhalb von einem Fingerschnipp es wieder vorbei sein kann. Deswegen wollen wir darüber auch nicht nachdenken und genießen einfach die Zeit die wir haben. Geht ja jetzt schon eine ganze Weile und das kann ja auch noch so weiter gehen.

 

Und wenn ihr schon sagt dass es ein harter und steiniger Weg ist bis nach oben, fühlt ihr euch dann bei so Formaten wie „Deutschland sucht den Superstar“ um den Erfolg gebracht?

Christoph: Das bedient ja auch was ganz anderes.

Jennifer: Ja. Das bedient ja auch ein ganz anderes Klientel. Man muss auch mal sehen wir lang sie die dann halten. Das ist schon ok find ich. Ich guck so etwas natürlich nicht und finde es auch nicht sau geil was da passiert. Ich frag mich auch jedes Mal warum da immer noch Leute hingehen. Damit die ein Jahr lang durch die Medien geschleift werden und danach wieder fallen gelassen werden. Aber das ist ja dann deren Ding. Wir bauen da auf andere Sachen.

Und was ist da so euer Erfolgsrezept?

Christoph: Nachhaltigkeit (lacht)

Jennifer: Da gibt es auch kein Rezept. Ich mein wir spielen, spielen, spielen, spielen und machen nicht mal zwei oder drei Jahre Pause zwischendurch. Wir brauchen auch keine zwei Jahre Pause oder das wir uns mal monatelang nicht sehen, dass passiert auch einfach nicht. Joa. Halt immer dran bleiben. Immer da sein und immer Musik machen.

Christoph: Und den Leuten in den Arsch kriechen. (lacht)

Jennifer: Genau. Und sich hochschlafen. Was man halt so macht.

Also habt ihr auch außerhalb des Bandlebens noch Kontakt zueinander?

Jennifer: Sehr viel.

Und das ist euch auch sehr wichtig?

Jennifer: Ja, wir sind ja auch Freunde.

Christoph: Genau. Wir sind ja in erster Linie nicht in einer Band, sondern sind Freunde. Das ist ja auch das was es ausmacht.

Jennifer: Ja mit Christoph hab ich auch mal zusammen gewohnt und Joe kenn ich schon aus dem Kindergarten. Wir haben auch ganz viele Freundeskreisüberschneidungen und treffen uns so halt auch ziemlich oft auch außerhalb des ganzen Bandkonstrukts. Das war auch davor so und Gott sei Dank ist es so. Wir sind so oft auf einem Haufen und schlafen zusammen in einem Haus, hängen bei der Albumproduktion aufeinander, bei der Vorproduktion, beim Songs schreiben und auf Tour. Das würde glaub ich nicht gehen wenn wir nicht alle miteinander befreundet wären.

 

Gibt es einen Moment in eurer Karriere wo ihr selber sagen würdet dass dieser für die Band extrem wichtig war? Z. B. 2008 der Auftritt beim Bundesvision Songcontest oder…

Jennifer: Hat sicherlich dazu beigetragen. Ich würde das nie kleinreden wollen. Dadurch sind wir von fünf zahlenden Gästen auf 200 gekommen.

Joa: 80 waren es glaub ich.

Jennifer RostockJennifer: 80? Meinst du nicht 200? Okay. Naja auf jeden Fall haben wir daraus was gemacht. Hätten wir uns da nicht reingehangen und hätten nicht direkt eine Platte gemacht, auf Tour gefahren und das erste Jahr 180 Konzerte gespielt, dann hättest du den Bundesvisions Songcontest auch wegdrücken können. Ich mein wir sind ja auch nur Platz 5 geworden und nicht Platz 1.

Christoph: Ich meine da waren ja auch echt viele andere Bands, die danach in der Versenkung verschwunden sind. Und wir sind immer noch da. (lacht)

Jennifer: Ja das ist ja immer noch so. Wer weiß was das Rezept war, denn wir reden jetzt öfter mal darüber was in der Vergangenheit so war, weil wir damals ja doch schon ganz schön scheiße gespielt haben und wir auch nicht verstehen warum die Leute bei unseren Konzerten waren. Aber hat ja offenbar funktioniert. Ich weiß zwar nicht wie aber…

Christoph: Nachhaltigkeit

Jennifer: Ja. Nachhaltigkeit und saufen.

Christoph: Nachhaltig saufen!

 

Neben Interviews für Szenezeitschriften oder Musikportalen sieht man euch auch bei Sendungen wie „Markus Lanz“ oder dem „Promi Dinner“. Ist das für euch ein Stilbruch oder klappt das alles für euch?

Jennifer: Für uns ist die Hauptsache das, egal ob ich alleine oder wir zusammen, so sein können wie wir sind. Wenn wir nicht gesagt bekommen was wir anziehen sollen, was wir reden sollen und wir einfach unseren Song spielen oder ein Interview geben können, dann finden wir das auch in Ordnung. Wir stimmen das vorher gemeinsam ab. Egal ob das Fernsehgarten, The Dome oder sonst was ist. Im Nachhinein gibt es dann immer irgendwelche Sachen die man nicht noch ein zweites Mal machen würde wie z. B. den Fernsehgarten oder The Dome (lacht) oder auch „Das perfekte Promidinner“. Aber es ist gut, dass man das gemacht hat, finde ich. Es sind halt Erfahrungen die man so mitnimmt. Ich glaube, wenn wir das nicht alles gemacht hätten wären wir jetzt auch nicht da wo wir jetzt sind. Von daher ist alles gut.

Gibt es denn Formate die ihr grundsätzlich ablehnen würdet?

Jennifer: Ja. Alles mit Mario Barth!

Okay. Dschungelcamp wär also eine Möglichkeit? (lacht)

Jennifer: Ne, danke. (lacht) Im Dschungelcamp sind ja nur Leute die berühmt werden wollen. Das sind wir ja schon.

Joe: Alle Formate wo man irgendwelchen Quatsch machen muss. Wie die „Hundertste superlustige Chartshow“ auf Sat1 oder so. Wo sich irgendwelche „Prominente“ sich zum Vollhorst machen oder so etwas.

Und wie wär es mit „Wetten dass?“?

Jennifer: Wenn wir da etwas spielen könnten ist das ok. Wenn da aber fünf Prominente auf Bongos mit uns spielen die aussehen wie Clowns, dann eher nicht.

Joe: Find ich gut.

Jennifer: Ja, kann ja sein das das eine Wette ist.

Joe: Also „Wetten Dass?“, wenn ihr das seht, dann wären wir dabei! (lacht)

 

Bei eurer letzten Tour gab es einen echten „Shitstorm“, wegen Fans die auf den Konzerten Onkelz- und Frei.Wild-Shirts getragen habt. Vor kurzer Zeit ist ja bekannt geworden dass eine dieser Bands im Sommer ihr Comeback feiert.

Jennifer RostockJennifer: Wo ich auch schon gelesen hab, wie die ihre Fans verarschen mit diesen Codes. Ich hab gelesen dass irgendwelche Hardcorefans Codes bekommen. Mit diesen Codes kannst du auf jeden Fall Tickets ergattern. Mein Ex-Tätowierer hat sich übelst aufgeregt. Da ist auch irgendwas losgetreten worden. Dass das voll die Abzocke ist und das es die Tickets für tausende Euro schon auf dem Schwarzmarkt gibt. Die hätten wohl versprochen, dass die Hardcorefans mit den Codes auf jeden Fall Tickets bekommen. Jetzt werden wohl schon die Codes bei eBay verkauft und die funktionieren teilweise gar nicht.

Wie steht ihr zu der Band? Das kann man sich wahrscheinlich schon denken.

Jennifer: Jo.

Christoph: (zeigt den Mittelfinger in die Kamera)

Was denkt ihr zu dem Comeback und die Beweggründe. Warum das Ganze?

Christoph & Jennifer: (zeigen beide ihre Mittelfinger)

Christoph: Ich lass die (Finger) einfach oben. Oder? Beweggründe? Geld oder?

Jennifer: Klar. Was sonst?

Christoph: Ich meine es ist ja so dass sich so jemand wie der Weidner ja schon versucht hat von dem alten Mist zu distanzieren. Er tut so als ob. Hat aber nicht funktioniert. Und sich jetzt wieder mit den anderen Idioten zusammen zu finden? Ne das ist Quatsch. Einfach nur Quatsch!

Jennifer: Die lieben Musik. Hör auf so etwas zu sagen.

Christoph: Stimmt. Hochbegabtenmusiker.

Jennifer: (lacht)

Okay. Wir lassen das einfach mal so stehen.

 

Im Sommer stehen bei euch schon einige Festivaltermine an. Z. B. spielt ihr beim Greenfield und beim Highfield Festival. Entscheidet ihr, dass gemeinsam wo ihr gerne mal auftreten würdet oder macht ihr das mit dem Management zusammen?

Christoph: Ne. Das machen wir mit einer Bookingagentur. Es ist ja nicht so das man als Künstler sagt: „Ich möchte gerne bei dem Festival spielen.“

Jennifer: Und dann passiert das auch so.

Christoph: Schön wär´s. Aber so ist es leider nicht.

Jennifer: Ne, so ist das nicht. Aber wir haben da schon eine gute Bookingagentur.

Joe: Die auch wissen wo wir reinpassen, was Sinn macht, was wir wollen und was wir nicht wollen und die demensprechend Deals aushandeln und Kontakte pflegen.

Christoph: Das Greenfield ist so ein Festival wo man sagen würde, dass wir da offensichtlich eigentlich nicht hinpassen mit der Musik die wir machen. Aber es wird im Kontext sicherlich funktionieren. Es ist es ein sehr hardcorelastiges Festival…

Jennifer: Haben wir mit dem Mainstream ja auch geschafft oder?

Christoph: Ja. Aber wenn du guckst was da für Leute kommen, dann haben wir da auch unsere Berechtigung.

 

Und was spielt ihr lieber? Eigene Konzerte oder eher Festivals?

Jennifer RostockJennifer: Das kann man so eigentlich nicht sagen. Ich freu mich auch schon wieder auf den Sommer wenn wir da wochendausflugmäßig losfahren. Dann scheint die Sonne, die Leute sind gut drauf und saufen Bier. Oder es regnet und die Fans beschmeißen sich mit Schlamm oder so. Es ist eigentlich immer eine saugeile Stimmung auf Festivals. Egal ob es regnet oder schneit oder die Sonne scheint. Es sind halt viel, viel mehr Leute als zu unseren Konzerten kommen. Ich meine es sind halt 20 000 Leute und es ist schon krass wenn man mal vor so vielen Leuten spielen kann. Eigene Konzerte sind halt super, weil alle mitsingen und nur für dich da sind. Das natürlich nochmal ein ganz eigenes Gefühl. Wenn das abwechselnd passiert ist alles super.

 

Heute spielt ihr ja hier im Palladium in Köln. Auf was können sich die Fans heute Abend freuen?

Joe: Konfetti! Wir haben wahnsinnig viele Konfetti dabei!

Jennifer: Konfetti!

Joe: Ein paar neue Songs.

Jennifer: Genau. Ein bisschen Musik.

Joe: Wir haben diesmal einen sehr ausgewogenen Mix aus allen Alben. Ein paar Singles, ein paar Songs die vielleicht auch gar keiner kennt.

Jennifer: Wir lieben unsere Setlist dieses Jahr. Ich bin sehr zufrieden.

Gibt es denn auf der Tour jeden Abend die gleiche Setlist?

Jennifer: Ja. Das Licht ist ja auf die Show abgestimmt und ganz viele Sachen sind jetzt im Ablauf die man nicht mehr ändert.

Christoph: Wir haben uns ja auch so ewig Gedanken darüber gemacht. Die Dramaturgie ist jetzt genau so wie wir sie haben wollten. Da können wir jetzt auch nicht einfach irgendwas rumtauschen. Auch wenn es nicht funktioniert, wir ziehen das durch.

Jennifer: Unsere Techniker würden uns verfluchen wenn wir das machen würden.

Wie schwer ist es für euch eine Setliste zu erstellen?

Jennifer: Das dauert schon ein bisschen.

Christoph: Wenn man schon so ein paar Alben auf dem Buckel hat wird es natürlich schwieriger. Du hast halt eine natürliche Grenze wo du sagst: „Ey, du kannst jetzt nicht noch länger als zwei Stunden spielen!“. Ich meine wir spielen jetzt echt richtig lange für die Verhältnisse.

Jennifer: Fast zwei Stunden.

Christoph: Und selbst da musste man schon ein paar Sachen rausnehmen wo wir dachten: „Können wir den Song wirklich nicht, nicht spielen?“.

Jennifer: Es ist schon schwer. Und man will ja auch so Sachen dabei haben wo man denkt: „Ah, da sind sie bestimmt überrascht“. Wir haben auch einen Song dabei, der ist nie auf einem Album gewesen. Den kennen halt voll wenige, aber die die ihn kennen freuen sich halt total dass wir diesen Song spielen. Man will halt nicht immer so einen Aufguss von der letzten Tour machen sondern man will irgendwie immer dass es was Neues ist und neue Elemente hat. Ist schon schwer.

 

Und beim Song „Irgendwann anders“…

Jennifer: „Irgendwo anders“

Bitte?

Jennifer: „Irgendwo anders“

Oh. Was habe ich denn gesagt?

Jennifer: „Irgendwann anders“.

Oh Entschuldigung.

Jennifer: (singt: „Du bist irgendwo anders“) (lacht)

Bei dem Song holst du ja schon fast traditionell einen Mann auf die Bühne.

Jennifer: Den Song machen wir bei der aktuellen Tour gar nicht mehr. Das muss ja auch irgendwann mal aufhören. Das ist ja genau das was ich meine. Man kann das einfach nicht fünf oder sechs Jahre lang machen.

Meinst du nicht das die armen Männer die du auf die Bühne geholt hast eine Therapie brauchen?

Jennifer RostockJennifer: Warum? Ich hab denen an den Schwanz gefasst, warum sollten die eine Therapie brauchen?

Aus Angst vor der Frauenwelt zum Beispiel?

Jennifer: Warum? Ich hab denen an den Schwanz gepackt. Vielleicht danach wenn sie ihren Schwanz selber gerochen haben und festgestellt haben: „Okay, war vielleicht doch nicht so….“

Joe: Dann brauchen sie aber eher eine Dusche als eine Therapie. (lacht)

Jennifer: Ich war aber immer ganz nett zu denen. Die mussten da nur sitzen. Warum brauch ich keine Therapie, wenn ich 1000 Schwänze in meinem Leben angefasst hab? Fragst du mich das mal? Nein!

Christoph: Und da ist die Überschrift für´s Interview. (lacht)

Richtig. Super!

Jennifer: Toll Christoph. Das hätten die doch niemals alleine herausgefunden.

 

Eure weiteren Pläne für 2014. Was steht sonst noch an bei euch?

Christoph: Festival, Tour und dann noch eine andere Tour.

Joe: Vielleicht bringen wir noch einen Song raus oder eine neue Single. Mal gucken.

 

Zum Ende haben wir noch ein paar Fanfragen an euch.

Selina will wissen was euer schönster Bandmoment war.

Joe: Es gibt ja Betriebe die machen Weihnachtsfeiern um das Klima in der Firma anzuheizen. Damit sich alle besaufen und sich am nächsten Tag in den Armen liegen und sich total gern haben. Das machen wir ähnlich,

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nur ein bisschen öfter als nur zu Weihnachten.

Jennifer: Jeden Abend (lacht)

Joe: Und da gab es schon echt viele schöne Bandmomente wo wir uns alle in den Armen lagen.

Jennifer: Es passiert wirklich sehr häufig dass wir uns sagen wie lieb wir uns haben.

 

Jasmin würde gerne wissen welchen Beruf ihr euch ausgesucht hättet wenn…

Jennifer: Ich kann diese Frage nicht mehr hören. (lacht) … wenn wir nicht Musiker geworden wären?

Also Schulabschlüsse habt ihr ja alle gemacht oder? Also könntet ihr euch ein zweites Standbein aufbauen falls es mit der Musik nicht mehr klappen würde. Was wir natürlich nicht hoffen.

Jennifer: Ich hab mein Abi mit 2,7 gemacht und wollte vorher immer Tierärztin werden. Das war schon ziemlich schnell klar, dass das nicht reicht. (lacht) Als für mich klar war Musik ist es und nichts anderes war es auch gut sich ab diesem Zeitpunkt genau darauf zu konzentriert. Alle haben mal ein bisschen was gemacht. Christoph und Alex haben mal studiert. Aber irgendwie so richtig was anderes kann sich niemand von uns vorstellen.

 

Thomas möchte gerne wissen was euer Lieblingsgetränk auf Tour ist.

Joe: Jägermeister. Ich trink Weißwein. Vinho Verde saufe ich jeden Abend zwei Flaschen und dann ist´s gut.

Christoph: Ich hab noch nichts gefunden was mir schmeckt.

Jennifer: Was?

Christoph: Ich hab alles durchprobiert aber noch nichts gefunden.

Joe: Probier es doch mal mit Jägermeister.

Jennifer: Mein Lieblingsgetränk mit Alkohol ist „Mexicana“.

Was ist das?

Jennifer: Mexicana ist sowas wie eine kleine Bloody Mary als Shot.

 

Das war´s. Wir wünsch ich euch viel Spaß heute Abend.

Jennifer: Dankeschön.

Vielen Dank für´s Interview.

Joe: Gerne.

Jennifer: Danke euch!

 

Interview als Video

 

Fotos

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